Wie finden Mitarbeitende in Unternehmen schnell die Informationen, die sie wirklich brauchen – trotz wachsender Datenmengen und verteilter Systeme? Genau dieser Frage widmete sich die Auftaktveranstaltung des Living Labs „Wissensmanagement mit sprachmodellunterstützten Suchsystemen“ am 29. April 2026 an der TU Dresden.
Mit rund 30 Teilnehmenden aus der Praxis fiel der Startschuss für ein neues Format, das nicht nur über Künstliche Intelligenz spricht, sondern ihren konkreten Einsatz im Arbeitsalltag erlebbar macht. Im Mittelpunkt stand dabei die Herausforderung, internes Wissen in Arbeitsprozessen besser zugänglich zu machen. Das Problem kennen viele Unternehmen: Informationen sind zwar digital vorhanden, aber oft über verschiedene Plattformen verstreut und dadurch schwer auffindbar.
Nach einer kompakten Einführung in die Funktionsweise moderner Sprachmodelle und sogenannter Retrieval-Augmented-Generation-Systeme (RAG) konnten die Teilnehmenden innovative prototypische Anwendungen direkt kennenlernen und teilweise selbst ausprobieren.
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- WINI (TU Dresden) demonstriert die KI-gestützte Suche in technischen Dokumentationen und Arbeitsanweisungen. Als Wissensbasis dienen öffentlich zugängliche Dokumente aus dem Bereich Arbeitsschutz. Dadurch können unabhängig von der jeweiligen Branche der Teilnehmenden verständliche Fragestellungen formuliert und die Qualität der Antworten besser eingeschätzt werden. Vergleichend wird das Zusammenwirken von Copilot Pro und SharePoint zur Identifikation von Dokumenten und zur KI-generierten Antwortformulierung gezeigt.
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- PAULA (ATB Chemnitz) ist ein leichtgewichtiges, offline betreibbares RAG-System auf Open-Source-Basis, exemplarisch umgesetzt als Assistenzsystem für die Personalarbeit der Bergwelt Dresden GmbH. Der Fokus liegt auf einer datenschutzgerechten Minimalvariante, die auf vorhandener betrieblicher Hardware betrieben werden kann.
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- Der „No-Code KI-Assistent“ (HSZG) demonstriert, wie sich mit Low-Code-Werkzeugen eigene RAG-Chatbots erstellen lassen – auch ohne tiefgehende Programmierkenntnisse.
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- Ein weiteres Tool: LLM-integrierte Steuerungs-Assistenz“ – LISA, beschäftigt sich mit der Nutzung von Sprachmodellen zur Interpretation technischer Diagramme und Produktionsinformationen.
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In zwei Reflexionsrunden diskutierten die Teilnehmenden intensiv über Chancen, Grenzen und Herausforderungen solcher Systeme. Ein zentrales Ergebnis: Die Leistungsfähigkeit KI-gestützter Wissenslösungen hängt maßgeblich von der Qualität der zugrunde liegenden Wissensbasis ab, insbesondere von deren Struktur, Aktualität und Pflege.
Die Veranstaltung hat bestätigt, wie groß der Bedarf an Orientierung und Austausch in diesem dynamischen Themenfeld ist. Das Living Lab soll daher künftig als Plattform dienen, um Erfahrungen zu teilen, Lösungen weiterzuentwickeln und den praktischen Einsatz von KI im Wissensmanagement gemeinsam voranzubringen. Weitere Termine sind bereits in Planung.
Fotos: Viktoria Miller