Am 5. Mai 2026 lud die digitale Veranstaltungsreihe PAL.Interaktiv zu einem virtuellen Einblick in das VR-Labor der Hochschule Mittweida ein. Dipl.-Inf. Dorit Bock (Professur Produktionsinformatik) zeigte anschaulich, wie Virtual-Reality-Technologien heute bereits in Industrie, Qualifizierung und Arbeitsgestaltung eingesetzt werden können.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die praktischen Potenziale von VR-Anwendungen für kleine und mittlere Unternehmen. Virtuelle Umgebungen ermöglichen unter anderem die realitätsnahe Planung von Produktions- und Arbeitsprozessen, die Entwicklung und Bewertung digitaler Prototypen sowie die ergonomische Analyse von Arbeitsplätzen – noch bevor reale Systeme aufgebaut werden.

Wie das genau in der Praxis umgesetzt werden kann, stellte Dorit Bock anhand verschiedener Demonstratoren im VR-Labor vor. VR-Headsets ermöglichen eine immersive Simulation von Montage- und Produktionsprozessen. Virtuelle Lernszenarien bieten dabei großes Potenzial: Arbeitsabläufe können ganz ohne Materialverbrauch oder Sicherheitsrisiken realitätsnah trainiert werden. Durch die Kombination aus visuellen, akustischen und interaktiven Elementen entstehen immersive Lernumgebungen, die komplexe Abläufe verständlich vermitteln und gleichzeitig die Motivation der Lernenden fördern können.

Auch bei der Fabrik- und Layoutplanung kann VR mithilfe spezieller Softwarelösungen unterstützen. Über die VR-PowerWall, eine großflächliche Projektionsfläche, ist eine gemeinschaftliche Betrachtung möglich.

Eine besonders immersive Anwendung bietet das VR-Laufband „Omni One“, das reale Bewegungen wie Gehen oder Laufen direkt in die virtuelle Welt überträgt. Die Technologie eröffnet neue Möglichkeiten für realitätsnahe Trainings- und Simulationsanwendungen, etwa in der Arbeitssicherheit, Instandhaltung oder Fabrikplanung.

Nicht zuletzt bietet Virtual Reality auch bei ergonomischen Fragestellungen neue Möglichkeiten, indem mittels Bodytracking Bewegungsabläufe, Greifräume oder Körperhaltungen bereits in virtuellen Arbeitsumgebungen analysiert und optimiert werden können, noch bevor reale Arbeitsplätze entstehen. Dadurch lassen sich ergonomische Probleme frühzeitig erkennen und Arbeitsplätze nutzerorientiert gestalten.

Nach dem fachlichen Input bot die abschließende Austauschrunde bot Raum für Fragen und Diskussionen rund um Chancen, Herausforderungen und zukünftige Einsatzmöglichkeiten von Virtual Reality im betrieblichen Umfeld.

Wir danken allen Teilnehmenden für das rege Interesse und den intensiven Austausch.

Foto: Josephine Stempfhuber

Autor / Autorin

  • Mitarbeiterin beim Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft gGmbH; Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit im PAL-Projekt

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